Fahrradpflege, aber richtig – wie E-Bike oder Pedelec (fast) ewig halten

Fahrradpflege, aber richtig – wie E-Bike oder Pedelec (fast) ewig halten

Wer sich für ein elektromotorisiertes Fahrrad entscheidet, radelt komfortabel. Ersetzen E-Bike oder Pedelec das Auto, fällt der ökologische Fußabdruck deutlich kleiner aus. Was zahlreiche Vorteile bietet, will auch gut behandelt werden. Viel kann selbst selbst übernehmen werden, um die Lebensdauer des Gefährts deutlich zu verlängern.

„Mit der richtigen Pflege verlängert sich der Lebenszyklus von E-Bikes und Pedelecs deutlich. Ein regelmäßiger Rundumcheck sorgt für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr.“


Wichtig dabei: „Denken Sie bei der Fahrradpflege auch an Ihre Haut und Atemwege und verwenden Sie keine Reiniger, die aggressive Lösemittel oder andere belastende Stoffe beinhalten. Die schaden außerdem der Natur. Und das sollte nun wirklich nicht sein“, sagt Jens Koss, ehemaliger Mountainbike-Bundesligafahrer und Geschäftsführer von Wash ‘n Roll, einem Hersteller für Bio-Fahrradpflegemittel.

Die Basis , vor jeder Fahrt genügt ein kurzer Blick auf bewegliche Teile des Bikes:

Haben die Reifen ausreichend Druck? Vertrauen Sie beim sanften Daumendruck auf Ihr Gefühl. Schlaffe Schläuche verschleißen schneller und kosten mehr Kraft beim Treten.

Sitzen alle Muttern und Schrauben fest? Klappert oder Schleift was? Bei den meisten Bikes genügt ein Standard-Maulschlüssel-Set oder der sogenannte „Knochen“, ein Kompaktwerkzeug, um alles festzuziehen.

Funktionieren Front- und Rücklicht, damit die Nachtfahrt nicht zum Blindflug wird?

Was sagt der Bremsencheck? Bei Scheibenbremsen sollte mindestens ein Millimeter Belag übrig sein. Dann greifen die Bremsen fest und gewährleisten schnellen Halt an der nächsten Kreuzung.

Wenn Sie diese Bereiche kurz vor der Fahrt checken, radeln Sie grundsätzlich auf der sicheren Seite.

Reinigen
Regelmäßiges feuchtes Abwischen lässt den Rahmen erstrahlen und verhindert, dass sich hartnäckiger Dreck festsetzt und einen Angriffspunkt für Rost bildet – das im Winter verwendete Streusalz ist besonders aggressiv und greift auch Kunststoffe und Kabel an. Vor jeder Reinigung mit Wasser gilt: Strom abschalten! Nehmen Sie den Akku heraus – Sie schonen Elektronik und Ihre Gesundheit gleichermaßen. Für die Reinigung genügt ein Lappen mit Wasser und einem umweltfreundlichen Fahrradreiniger. Eine gute Wahl sind hier etwa die Bio-Reiniger von Wash ‘n Roll. Auf keinen Fall mit dem Hochdruckreiniger arbeiten, das richtet mehr Schaden an, als es hilft! Der harte Strahl drückt Dreck in Dichtungen und entfernt schützende Öl- und Fettfilme. Verzichten Sie auf starke bzw. chemische Putzmittel, die schädigen nicht nur die Umwelt …

Schmieren
Besonders oft müssen Sie die Kette ölen: Kettenöle tragen Sie je nach Witterung monatlich (bei Sonnenschein) oder wöchentlich (bei Regen/Schnee) auf. Achten Sie dabei darauf, dass kein Sprühnebel auf die Scheibenbremsen gelangt, dann sinkt die Bremskraft schnell gegen null, und Sie müssen die Bremsbeläge schlimmstenfalls ersetzen lassen. Stark verdreckte Antriebe sollten vor dem Ölen gereinigt werden. Mit einem Antriebsentfetter, zum Beispiel der umweltverträglichen Variante von Wash ‘n Roll, können Fette und Schmutz mühelos entfernt werden. Einfach über Verschmutzungen ‚rüber zu ölen‘ bringt wenig. Nur ein sauberer Antrieb hat eine gute Kraftübertragung und lässt die Kettenschaltung sauber arbeiten. Nach der Schmierung wischen Sie überschüssiges Fett und Öl mit einem weichen Tuch ab.

Das Herzstück schützen
Der sensibelste Bestandteil von E-Bikes und Pedelecs ist der Akku. Lithium-Ionen-Akkus, die in vielen herkömmlichen Elektrofahrrädern verbaut sind, vertragen keine Extreme. Deshalb gilt nach den ersten drei Ladungen: Wenn es nicht unbedingt sein muss, laden Sie den Akku nicht auf 100 Prozent. Im Winter nehmen Sie den Akku aus der Kälte mit nach drinnen, im Sommer vermeiden Sie stundenlange direkte Sonneneinstrahlung. So hält der Akku bis zu 1.000 Vollladezyklen.

Bei Fragen ab in die Fachwerkstatt
Nach den ersten 500 gefahrenen Kilometern empfiehlt sich die Inspektion in der Werkstatt. Das Fachpersonal führt einen umfassenden Erstcheck durch und prüft beispielsweise auf evtl. entstandenes Spiel des Radlaufs. Der Besuch lohnt sich auch zum Aufrechterhalten des Garantieanspruchs. Vielfahrende lassen ein- bis zweimal jährlich ein geschultes Auge auf ihr Fahrrad schauen. Das Display zeigt eine Störung an, die Gangschaltung bereitet Probleme oder Sie benötigen ein Softwareupdate? – Für die Reparatur aller klassischen Komponenten suchen Sie den Fahrradreparateur Ihres Vertrauens auf. Bei allen elektronischen Problemen sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen, die mit der Reparatur von E-Bikes und Pedelecs vertraut ist.

Und nun: allseits sichere Fahrt!

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